
Die Bibelstafette
14.07.2026 |
In Kontakt mit Gott und miteinander
Die Bibelstafette aus dem Bistum Trier ist eine virtuelle Gruppe, die vor über 15 Jahren an den Start gegangen ist. Zeit einmal hier davon zu berichten. Bruder Simeon hat uns dazu einen Beitrag verfasst.
Bereits seit 2009 werden jeden Sonntag von den Mitgliedern der Bibelstafette, einer Gruppe der Pfarrei St. Matthias in Trier, selbst ausgewählte, kurze Bibeltexte zusammen mit „kleinen Zugaben“ (etwa meditativen Impulsen, Bildern, Geschichten und Gedichten, oder...) an die Mitglieder der Gruppe sowie einen erweiterten Kreis von Mitlesenden versandt. Dabei geht es nicht um „Bibelteilen“ im klassischen Sinne, sondern vielmehr um Anteilgeben an dem, was im Unterwegssein mit der Bibel ganz persönlich bewegt. Daher werden die Beiträge auch „nur“ versandt und bewusst nicht kommentiert oder gar zerredet. Es erfolgt erst recht keine theologische Einordnung, sondern jeder Beitrag darf gleichberechtigt neben den anderen stehen. So entsteht eine große Vielfalt, bei der nicht jeder Beitrag jedem zusagen muss.
Im Juni 2026 wurde schon der 841. Beitrag versandt. Dabei ist der Stafettenstab in all den Jahren nur wenige Male „hingefallen“, d.h. das vorgesehene Mitglied hatte das Verfassen vergessen. Hilfreich ist sicherlich, dass die Organisation und Moderation der virtuellen Gruppe bei Bruder Simeon Friedrich aus der Benediktinerabtei St. Matthias liegt. Er erinnert am Sonntag zuvor das Mitglied, das danach an der Reihe ist. Und im Notfall hakt er am Sonntag selbst auch noch mal nach. Geplante Aussetzer gibt es insbesondere in Ferienzeiten oder aufgrund besonderer Umstände. So werden das Jahr über durchschnittlich 46 Beiträge versandt.
Derzeit besteht die Gruppe aus 10 aktiven Mitgliedern, von denen 5 bereits von Anfang an dabei sind. Im Lauf der Jahre sind 16 weitere Personen unterschiedlich lange Wegetappen mitgegangen. Zu Spitzenzeiten waren 19 Menschen miteinander unterwegs. Hieran zeigt sich, dass die Gruppe jederzeit offen für Neuzugänge ist, aber auch Rückzüge erleben musste. Meistens haben die ehemaligen Mitglieder aufgrund veränderter Lebenssituationen oder eines gewissen Sättigungsgrads an biblischen Austausch die Gruppe verlassen. Glücklicherweise gab es in all den Jahren keine Spannungen oder gar Verletzungen, die Mitglieder aus der Gruppe getrieben hätten. Neue Mitglieder haben auf unterschiedliche Weise zur Gruppe gefunden, sei es durch persönliche Kontakte oder aber auch durch die Recherche im Internet. Aber auch diese Gruppe beobachtet in den letzten Jahren, dass die Gewinnung neuer Mitglieder schwieriger geworden ist. Anscheinend sinkt die Bereitschaft zu einem verlässlichen Engagement auch in diesem Zusammenhang.
Da die Gruppe im Lauf der Jahre gemerkt hat, dass über die virtuelle Weggemeinschaft hinaus eine persönliche Verbundenheit gewachsen ist, wurde schon bald der Wunsch nach Treffen in Präsenzform geäußert. Zunächst gab es mehrmals im Jahr abendliche Austauschrunden sowie einen Einkehrtag. Aufgrund der Veränderung in der Gruppenzusammensetzung (mehr Mitglieder stammen nicht aus der Pfarrei, sondern haben teilweise eine weite Anreise) und der Schwierigkeiten bei der Terminfindung hat sich nach den Corona-Jahren ein Einkehrnachmittag einmal pro Jahr in den Räumen der Abtei etabliert. Neben dem geselligen Beisammensein besteht dann auch Raum für eine Methodenvielfalt bei der Beschäftigung mit der Bibel.
Dank der Bibelstafette haben die Teilnehmer*innen im Lauf der Jahre ihren persönlichen Glauben vertiefen und ihren biblischen Horizont erweitern können. Auch wenn nicht jeder Beitrag zusagen mag, sind die ganz unterschiedlichen Impulse doch stets willkommen. So wird das Verfassen der Beiträge sowohl für die Schreibenden als auch die Empfangenden zum Geschenk. Dabei hat sich als großer Vorteil erwiesen, dass die sonntägliche Sendung empfangen werden darf, aber nicht gleich aufgenommen werden muss. Es besteht kein Reaktionszwang, dadurch aber vielleicht auch die Gefahr des Übersehens. Wie die Mitglieder mit den Beiträgen umgehen, bleibt ihnen überlassen.
Neben dem aktiven Kreis der Schreibenden gibt es einen erweiterten Kreis der Interessierten. Diese erhalten von den Beiträgen jeweils eine Version ohne Namen der verfassenden Person. So ziehen die biblischen Impulse weitere Kreise, was allen sehr wichtig ist und von Empfangenden auch sehr wertgeschätzt wird. Die Beiträge ohne Namen stellen sicher, dass die teils sehr persönlichen Gedanken im vertrauten Rahmen der eigentlichen Gruppe bleiben. Für ein öffentliches Forum würden die Einzelnen bestimmt andere Worte wählen, was wahrscheinlich schade wäre.
Die Bibelstafette möchte auch weiterhin sehr gerne die Glaubensgemeinschaft erweitern. Es besteht daher das Angebot, Menschen von nah und fern jeden Sonntag die Stafettenbeiträge per Mail zukommen zu lassen. So lässt sich der Glaube miteinander teilen und die Kraft von Gottes Wort verbreiten. Es lohnt sich – gerade jetzt!
Interessierte können sich an Bruder Simeon Friedrich wenden: bibelstafette@stmatthias.de



