aktueller Pfarrbrief
Home  |  Login  |  Impressum  |  Datenschutz  |  Sitemap

Ulrichsfest 2019

 
 
Am Sonntag, den 14. Juli 2019, dem Todestag des hl. Ulrichs, feierten wir das Fest des heiligen Ulrich von Zell oder vom Breisgau. 
Besonders freuen wir uns, dass P. Martin Werlen OSB unserer Einladung aufgrund der Initiative von Prof. Eberhard Schockenhoff gefolgt ist und die Festpredigt hielt. P. Martin Werlen ist Benediktinermönch im Kloster Einsiedeln, dem er von 2001 bis 2013 als Abt vorstand. 
Werlens Wahlspruch lautet: 
Ausculta et pervenies (Höre und du wirst ankommen), die ersten und letzten Worte aus der Regel des hl. Benedikt.
 
 

 

Den Heiligen vom Sockel holen und mutig unterwegs sein

Als ich vorhin hier in die Kirche kam, suchte ich den heilige Ulrich auf einem Sockel. Und ich fand ihn nicht. Wie freute ich mich, dass ich ihn hier vorne sah – vom Sockel heruntergekommen. So merken wir, wie nah uns die Heiligen sind. Menschen wie wir. Kämpfend. Ringend.
Der heilige Ulrich von Zell hat im 11. Jahrhundert realisiert, wie dringend Reformen in der Kirche waren. Und er hat dazu viel beigetragen. Falls jemand unter uns sein sollte, der oder die überzeugt ist, dass die Kirche heute keine Reformen braucht, gehe doch nachher zum heiligen Ulrich und unterhalte sich mit ihm. Er wird gerne davon erzählen. Er wird auch von den Schwierigkeiten berichten und von den Widerständen gegen die Reformen. Sogar Bischöfe können sich dagegen wehren… Weil Ulrich versuchte, das Evangelium zu leben statt einfach so zu tun, wie es scheinbar immer war, wurde er verspottet. Mit dem Bischof von Regensburg kam es zu einer öffentlichen Konfrontation, nicht mit dem jetzigen, sondern mit einem früheren.
Der heilige Don Bosco meinte: «Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen» - auch die Spatzen, die jeden neuen Schritt kritisieren. Jetzt wird klar, warum heute hier die Spatzenmesse von Mozart erklingt. Spatzenmesse heisst sie, weil im Sanctus immer wieder ein Motiv ertönt, das an das Gezwitscher von Spatzen erinnert. Das Orchester lässt uns das gleich einmal hören.
ORCHESTER: Motiv aus dem Sancuts
«Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.» Da merken wir, wie aktuell der heilige Ulrich von Zell gerade in unserer Zeit ist. Papst Franziskus wurde im März 2013 von den Kardinälen zum Papst gewählt, damit er nötige Reformen in der Kirche anpacke. Diese Aufgabe wird ihm nicht leicht gemacht – auch Bischöfe, ja sogar Kardinäle pfeifen. Hören wir den Spatzen in der Vertonung von Mozart noch einmal zu.
ORCHESTER: Motiv aus dem Sancuts
Wenn wir heute schon miteinander den grossen Reformheiligen Ulrich von Zell feiern, wollen wir uns fragen, wie wir zusammen mit Papst Franziskus und der ganzen Kirche mutig unterwegs sein können. Ein grosser Schweizer Theologe sagte am Ende seines Lebens: «Die einzige Frage, die die Kirche sich heute stellen müsste, lautet: Wie müsste ich aussehen, damit die Menschen durch mich hindurch den wahren Christus finden können?» Vor diese Frage stellt uns Hans Urs von Balthasar (1905-1988). Wie könnte das konkret aussehen? 
 
  
 
Dies waren die einleitenden Gedanken von P. Martin Werlen in seiner Predigt über Ulrich von Zell.
Wer die Predigt nachlese möchte, der kann die pdf-Datei öffnen und alles lesen.
 
 

P. Martin Werlen setzt sich für einen Kulturwandel und für Reformen in der katholischen Kirche ein. Dazu hat er mehrere Bücher veröffentlicht, die auch außerhalb der Kirche große Beachtung finden. 

 
Buchveröffentlichungen von  Martin Werlen
 
Heute im Blick
Provokationen für eine Kirche, die mit den Menschen geht
Verrät die Kirche ihren Auftrag, wenn sie sich nur auf sich konzentriert? Müsste sie sich nicht intensiv dem Heute, der Zeit zuwenden? Mit brennender Sorge, aber auch mit Leidenschaft und aus einem inneren Feuer heraus geschrieben, ist das Buch des bekannten Schweizer Mönches Martin Werlen, dem populären Altabt von Einsiedeln. Er lenkt den Blick auf die zentralen Fragen und weist heilsame, spirituelle Wege, die auch nach innen führen. Gegen Doppelbödigkeit und die Häresie der Äußerlichkeit setzt er eine klare Perspektive der Hoffnung. Ein ermutigendes, prophetisches Buch, das begeistert und aufrüttelt.
Verlag Herder Freiburg, 2014
 
Wo kämen wir hin?
Für eine Kirche, die Umkehr nicht nur predigt, sondern selber lebt
Wir alle sind schon in Sackgassen gelandet. niemandem würde es einfallen, in einer solchen Situation einfach stehen zu bleiben und zu warten, bis die Umgebung sich verändert. Oder doch? Dieses Bild lässt sich ohne große Mühe auf die Kirche anwenden. Die Kirche ist in verschiedenen Bereichen in Sackgassen: die einzelnen Getauften genauso wie die Gemeinschaft aller Getauften. Umkehr ist gefordert. Immer wieder. Von Umkehr ist in der Kirche tatsächlich oft die Rede. Aber wir müssen in erster Linie nicht die anderen zur Umkehr bewegen, sondern selbst Umkehr leben – schon der Gedanke daran kann uns Angst machen. Wo kämen wir hin? Wo kämen wir hin, wenn wir Ernst machen würden: leben, was wir sagen; leben, was wir beten; leben, was wir feiern. Da wird deutlich: Umkehr hat nichts zu tun mit liberal oder mit konservativ, wie das einige meinen – und damit Umkehr gerade verhindern. Umkehr hat zu tun mit dem Wesentlichen unseres Glaubens. Umkehr hat zu tun mit Glaubwürdigkeit.»Lange haben wir Umkehr einfach den anderen gepredigt. Aber zuerst müssen wir sie selber leben.« Martin Werlen
Verlag Herder Freiburg, 2016
 
Zu spät.
Eine Provokation für die Kirche, Hoffnung für alle
Der schweizer Bestseller-Autor – »Heute im Blick« - und Mönch Martin Werlen legt sein neues Buch vor. Er stellt darin eine radikale Diagnose für die Kirche und den Glauben heute: Denn Schönreden hilft nicht mehr. Werlen sieht die Entfremdung der Kirche von den Menschen. Er beobachtet eine lähmende Stagnation – und bei manchen die Hoffnung, dass, trotz aller Abbrüche, alles beim Alten bleiben möge. Seine klare Diagnose: Diese Hoffnung trügt. Ein dramatisches Ereignis, eine wahre persönliche Begebenheit, die den Autor fast aus der Bahn geworfen hat, steht im Zentrum dieses autobiographisch geprägten Buches. Was trägt in einer solchen Situation? Was sagt etwa die Geschichte vom Propheten Jona? Sie durchzieht dieses Buch wie ein roter Faden. Loslassen kann schmerzen. Aber es hilft nur, nach innen und in die Tiefe zu gehen, Glauben neu zu entdecken – an der Seite auch jener Menschen, in deren Leben »alles zu spät« ist. Und es hilft die zentrale Erfahrung: Christliche Berufung ist heute ganz radikal neu gefordert.
Verlag Herder Freiburg, 2018
 
 
  
Gottesdienst am Ulrichsfest 2019
Zelebranten v.l.n.r: Pfr. Hermann Kuhn, Pater Martin Werlen, Prof. Eberhard Schockenhoff
Gottesdienst am Ulrichsfest 2019
Bitte wählen Sie mindestens eine Datei für Ihren Download aus.
 
Ostergarten 2026