
Expositorium
Expositorium am Hochaltar von Matthias Faller
Pfarrkirche St. Peter und Paul in St. Ulrich
Im Jahre 2017 entdeckte unser Mesner auf dem Dachboden der Kirche ein verstaubtes und vom Holzwurm befallenes Objekt. Nach genauer Betrachtung zeigte sich, dass das geschnitzte Holzteil eine handwerklich und künstlerisch wertvolle Arbeit ist. Die Frage stellte sich nun, was es genau sein könnte und wo es genau hinpassen würde. Nach einiger Zeit des Grübelns und Suchens fand dann Wolfgang Karle und sein Sohn Simon die Lösung: Die Schnitzarbeit passt millimetergenau auf den Tabernakel am Hochalter. Das war gar nicht so schnell klar, weil ein ähnliches Teil im Keller des Pfarrhauses aufbewahrt wird. Allerdings in der Machart und kunsthistorisch passt es nicht exakt zum Hochaltar.
Bei der wertvollen Schnitzarbeit handelt es sich um das Expositorium von Matthias Faller für den Hochaltar in der Klosterkirche. Wegen der unverwechselbaren Schnitzart und der nahtlosen Passgenauigkeit bestehen keine Zweifel über den richtigen Ort. Bei Barockaltären befindet sich in der Regel auf dem Tabernakel eine Expositionsnische (Expositorium), in der das Altarkreuz steht und die bei Anbetung oder Aussetzung des Allerheiligsten (Expositio sanctissimi Sacramenti) die Monstranz oder das Ziborium aufnimmt. Häufig wird die Expositionsnische von zwei Engeln flankiert.

Engel links mit Ähre
In einer Klosterkirche einer Ordensgemeinschaft, die sich dem Leitspruch „ora et labora“ verpflichtet weiß, ist Verehrung des Allerheiligsten und die Anbetung vor Christus, dem Herrn, unter Anteilnahme der ganzen Gemeinschaft mit Lesungen, Gesängen und Zeiten stillen Gebetes ein tägliches Ritual. Dadurch soll das Gebet fruchtbarer und wirksamer werden für das geistliche Leben dieser Gemeinschaft. Auf diese Weise wird nämlich der Geist der Einheit und der Brüderlichkeit, der durch die Eucharistie bezeichnet und bewirkt wird, unter den Mitgliedern der klösterlichen Gemeinschaft gefördert.

Ostern: Auferstandener im Expositorium
Ein besonderes Charakteristikum in St. Ulrich liegt darin, dass nicht nur das Altarkreuz oder die Monstranz in das umhüllende Velum gestellt werden können, sondern an Ostern auch der Auferstandene mit der Siegesfahne. Im Laufe des Kirchenjahres kann das Expositorium auch abgenommen werden, so dass das Hochaltarbild mit der Krönung Mariens durch die Heilige Dreifaltigkeit gut zu sehen ist.
Einen besonderen Dank gilt dem Restaurator Wolfgang Karle für die gelungene, dem Gesamtbild des Hochaltares angemessene Restaurierung des wieder entdeckten Expositoriums.
Finanzierung der Restaurierung des Expositoriums
| Kosten der Restaurierung: 5.900 € | ||
| - Zuschuss aus dem Ausgleichsstock Erzdiözese Freiburg - Zuschuss Erzbischof Hermann Stiftung - Eigenmittel der Pfarrei St. Ulrich aus Rücklagen - Spenden | | 1.500 € 600 € 2.100 € |
| § Spender aus Horben § Spende einer Familie aus St. Ulrich § Spenden bei Kirchenführungen | 800 € 500 € 400 € | 1.700 € |







