
Ulrichsfest 2020
Predigt am Ulrichsfest 2020
„Höre auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des gütigen Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat! […]
Dann wirst du schließlich unter dem Schutz Gottes zu den oben erwähnten Höhen der Lehre und der Tugend gelangen.“
Schwestern und Brüder,
das ist der Anfang und das Ende der Ordensregel des hl. Benedikt. Wir haben gestern seinen Festtag gefeiert. In seine Lebensschule ist der hl. Ulrich gegangen, den wir heute feiern. Der Mönch, der im Hören auf Benedikt, seine Regel und auf Gott sein Leben gestaltet hat und so das Evangelium gelebt und verkündet hat. Ulrich, der Mönch, war zunächst also ein Hörender…. Vielleicht lohnt es sich gerade heute darauf zu schauen und auf dieser Spur dem Tagesevangelium zu folgen.
Die Regel beginnt also mit dem Wort „hören“ und endet mit dem Wort „ankommen“. Alles liegt zwischen Hören und Ankommen. Im Hören komme ich schließlich am Ziel an.
"Höre": Eine solche hörende Grundhaltung kann auch das Leben in der Familie und im Zusammenleben derer prägen, die nicht einer klösterlichen Gemeinschaft angehören. Ein aufmerksames Zu- und Hinhören kann helfen, Missverständnissen vorzubeugen und das gegenseitige Verständnis zu fördern. Statt gleich loszureden, legt Benedikt den Mönchen ans Herz: Bevor du selbst etwas sagst, höre, was der andere dir zu sagen hat. Erst zuhören und dann selbst reden. Das ist nicht immer einfach. Es hat aber einen Aspekt gesunder und wertvoller „Demut“, nämlich, dass ich mich nicht wichtiger nehme, als andere, weil ich meine, dass mein Wort gewichtiger sei, als das eines anderen.
Es ist ein Dreiklang des Hörens (...): Ich höre dir zu, du hörst mir zu und gemeinsam hören wir auf das, was Gott uns sagen möchte. Wenn wir das wirklich umsetzen würden, wären wir auf einem guten Weg.
Miteinander in Beziehungen, in der Familie, in Gemeinschaften, in der Kirche, in der Welt, hat das Hören aufeinander und das Hören miteinander als Grundlage. So funktioniert Synode und so hat es mir ein Teilnehmer der Jugendsynode beschrieben. Ich höre dir zu, du hörst mir zu, gemeinsam hören wir auf Gott. Bischöfe hören auf Laien, Laien auf Bischöfe, gemeinsam auf Gott. Jung hört auf alt, alt hört auf jung, gemeinsam auf Gott. So, im echten Hören kann man einen synodalen Weg beschreiten: Im gegenseitigen Hören aufeinander und im gemeinsamen Hören auf das, was Gott uns sagen möchte.
Dies sind Kerngedanken der Predigt von Christain Müller, Jugendpfarrer der Erzdiözese Freiburg
Die vollständige Predigt zum Ulrichsfst 2020 können Sie hier nachlesen:
Das Leben verläuft nicht immer so, wie man sich das denkt und wünscht ...
Das diesjährige Ulrichsfest bereiteten wir wie jedes Jahr mit dem Kirchenchor, der Musikkapelle, Freiwilligen Feuerwehr und Eberhard Schockenhoff vor.
Doch in Zeiten der Corona-Epidemie konnten die Sänger*innen keine Orchestermesse proben; die Prozession mit der Musikkapelle und der Feuerwehr durch das Dorf musste auch abgesagt werden. Der Festgottesdienst war mit Herrn Prof. Eberhard Schockenhoff abgesprochen und vorbereitet; auch gewann Herr Schockenhoff den Mannheimer Dekan Karl Jung als Festprediger.
Als jedoch am Sonntagmorgen der Jugendpfarrer der Erzdiözese, Christian Müller, in die Sakristei kam, löste das Erstaunen aus. Pfarrer Müller war erst eine Stunde vor Gottesdienstbeginn von Herrn Pfarrer Wehrle, Leiter der Seelsorgeeinheit, gebeten worden, den Gottesdienst in St.Ulrich zu übernehmen. Christian Müller war aber bestens vorbereitet mit seiner Sonntagspredigt, weil am Tag zuvor das Fest des Hl. Benedikt gefeiert wurde. So konnte er auch für uns alle eindrucksvoll und überraschend über den Benediktiner Mönch, Ulrich von Zell, eine Festpredigt halten. War es Zufall oder Fügung?
Erst einige Tage später erfuhren wir den Grund, warum Eberhard Schockenhoff nicht zum Festgottesdienst kommen konnte. Er stürzte am Samstagabend auf der Treppe im Pfarrhaus in Sölden und verletzte sich so schwer, dass er in die Universitätsklinik nach Freiburg gebracht werden musste. Schockiert nahmen wir Gemeindemitglieder die Todesnachricht am Samstag, den 18. Juli 2020 entgegen.
Beim Gedenkgottesdienst am Sonntag, den 26. Juli 2020 brachte Uschi Gutmann, die Sprecherin des Gemeindeteams, unsere Hochachtung, Freundschaft und Betroffenheit in ihrem Nachruf zum Ausdruck. Den feierlichen Gottesdienst gestalteten – bedingt durch die Vorgaben des Infektionsschutzkonzeptes – eine Gruppe aus dem Kirchenchor und ein Quartett der Musikkapelle mit. Leider konnten nur ca. 70 Personen in der Kirche einen Platz angeboten werden, die anderen verweilten vor dem Seiteneingang der Kirche.
Nachruf für Eberhard Schockenhoff:
Nachruf von Ursula Gutmann



