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Orgel

 

Metzler-Orgel

Bei der Restaurierung des Innenraums der ehemaligen Prioratskirche St. Ulrich gegen Ende der 1980er Jahre stellte sich heraus, dass die Orgel von 1947 gut gemeint, aber doch etwas klobig geraten war. In den Prioratsakten fand sich der Vermerk, man habe um 1762 bei Johann Andreas Silbermann in Straßburg angefragt, was eine Orgel mit einem Manualwerk aus seiner Werkstatt für St. Ulrich kosten würde. Doch der Preis Silbermanns erschien im kleinen Priorat St. Ulrich nicht finanzierbar. So wurde lediglich eine gebrauchte einmanualige 4'-Orgel aus Schliengen erworben, mit einem neuen Gehäuse samt Schnitzereien von Matthias Faller versehen, die seit 1870 verschollen sind.

Für die Neubeschaffung einer Orgel 1989 in der bemerkenswert schönen Kirche St. Ulrich wurde Silbermann als Qualitätsmaßstab genommen. Den Zuschlag erhielt schließlich die Firma Metzler Orgelbau in CH-Dietikon. Ausschlaggebend dafür war das günstige Verhältnis von Preis zur Leistung, die vorgelegte Entwurfszeichnung für das Gehäuse im Geiste der Modelle Johann Andreas Silbermanns, die Erfahrung mit Instrumenten Silbermanns bei diversen Rekonstruktionen und Restaurierungen von dessen Orgeln, sowie die anerkennenswerte hohe Intonationskunst in der Klanggestaltung bei Metzler.

Einzigartig als Bildzeugnisse für die „Music" in den Schwarzwaldklöstern sind die Bilder aus dem Jahre 1767 von Franz Ludwig Hermann (1723-1791) an der Emporenbrüstung. Für die „Music" im Alltag kleiner Klöster waren Hermanns Gemälde Illusion. Doch für hohe Feste dürfte es Brauch gewesen sein, „Musicanten" aus andern Klöstern und aus Freiburg zu holen – Hermanns Gemälde sind nicht nur flüchtiger Traum, sondern programmatisch: für das ländliche Gebiet im südlichen Schwarzwald hat sich die Musik in St. Ulrich als hochlebendig erwiesen.

Seit 1947, also bereits seit über 60 Jahren, hat sich die Tradition mit fruchtbarem Wirken von Studierenden der Musikhochschule Freiburg als Chorleiter und Organisten, die nun mit der exzellenten Metzler-Orgel den schönen Kirchenraum mit Klang füllen, neu gebildet.  

Text: Prof. Dr. Hans Musch

 
 
 
 
 
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