aktueller Pfarrbrief
Home  |  Login  |  Impressum  |  Datenschutz  |  Sitemap

Kreuzweg zum Ölberg

 
Hinter der Kirche (St. Georg, Ehrenstetten) durch den Weinberg führt ein Kreuzweg mit schönen Mosaik-Bildstöcken hinauf zur Ölbergkapelle.
 
Wann immer wir das Kreuzzeichen machen, erinnern wir uns bewusst oder unbewusst an den letzten Gang Jesu.
Vor Ostern, besonders in der Karwoche, gehen wir diesen Kreuzweg bewusst: mit Jesus durch Kreuz und Tod.  
In den letzten Jahren haben wir diese Form der Kreuzweg-Andacht so gestaltet, dass Sie ihn vor Ort - oder virtuell - auch alleine "mitgehen" können.

 

 
Hier ist Text von 2024 zum Kreuzweg
 
 

Der nachfolgende Text ist aus 2023:
 
Beginn ist vor der Kirche:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
 
Nach dem Abendmahl folgen der Verrat, die Verurteilung und die Geißelung. Und dann muss Jesus seinen letzten Gang auf den Ölberg gehen. 
Heute am Karfreitag 2023 wollen wir diesen Gang, der ein langer und qualvoller Kreuz- und Leidensweg gewesen ist, bewusst mitgehen. Beim Anstieg auf unseren Ölberg hier in Ehrenstetten werden wir an den 14 Stationen das Leiden und Sterben Jesu vor fast 2.000 Jahren betrachten. 
Die Erdbeben in Syrien und der Türkei rauben uns den Atem, der immer länger dauernde Krieg in der Ukraine frisst unsere Zuversicht. Und dann fordert uns der Klimawandel zunehmend persönlich und die Krise wird zum gefühlten Dauerzustand. 
Der Kreuzweg den wir heute mit Jesus gehen und die Bitten die wir aussprechen, sind nur ein stammeln, ein Versuch. Sie gelten dem sichtbaren und unsichtbaren Leiden in dieser Welt.
 
Wir als Glaubende wissen, dass der Kreuzweg nicht das letzte Wort gewesen ist. Darum rufen wir nach jeder Station dieses Kreuzweges:
 
Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!
 

1. Station

 

1. Station: verurteilt, ausgesondert und gegeißelt

Nach dem Abendmahl haben sie Jesus gefangen genommen, er war verraten worden, Judas hatte gegen Jesus gezeugt. Vor den Hohepriestern wurde über ihn Gericht gehalten: Er soll sich selbst erhöht und damit Gott gelästert haben! 
Der Rat befindet Jesus für schuldig, stößt ihn aus der Gemeinschaft aus und überstellt ihn der römischen Gerichtsbarkeit. Pontius Pilatus kommt in eine Zwickmühle und befragt die Volksmenge vor seinem Palast. Diese schreit: „Ans Kreuz mit ihm!“ Das Urteil lautet also: Demütigung und Geißelung bis aufs Blut, bis zum Tod am Kreuz!
 

Betrachtung:

Vom Urteilen zum Verurteilen ist es oft nicht weit!
Und bis zur tätlichen Geißelung scheint es nur ein kleiner Schritt. 
  • Immer wieder ziehen wir über andere her.
  • Immer wieder beurteilen und verurteilen wir einander.
  • Immer wieder gehen wir aufeinander los, bekriegen und verletzen einander.
  • Immer wieder wieder werden wir Menschen aneinander schuldig. 
Wir beten:
  • Für all diejenigen, die heute ungerecht beurteilt und verurteilt werden. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die ihre Vorurteile pflegen und dadurch ausgrenzen und verletzen. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die ausgesondert sind, sei es, weil sie als Kriegs- oder politische Flüchtlinge in unser Land kamen oder weil sie einfach nur ihre Meinung äußern. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die in diesen Tagen schwierige Entscheidungen treffen müssen und Wege zum Frieden suchen. Herr, erbarme Dich!
 
Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!
 
 
 
 

2. Station

 

2. Station: beladen

Jesus wird das Kreuz auf die Schultern gelegt. Er tut seinen Mund nicht auf. Er nimmt sein Kreuz und geht mit ihm den Weg zur eigenen Kreuzigung.
 

Betrachtung

Wir denken an alle, die im Krieg oder durch die Erdbeben von Zerstörung und Tod überzogen werden. 
Sie alle haben ohne Schuld ein Kreuz zu tragen. Sie werden nicht gefragt!
 
  • Wie können sie das ertragen?
  • Wie kann ich das ertragen?
  • Jesus, du hast dein Kreuz getragen, für uns alle!
 
Wir beten:
  • Für die Menschen, die unterdrückt, gefoltert, bekriegt und vertrieben werden, dass sie befreit werden. Herr, erbarme Dich!
  • Für die Unterdrücker, Kriegstreiber, Folterer und Vertreiber, dass sie den Mut finden sich zu ändern. Herr, erbarme Dich!
  • Für die Menschen, die in den Erdbeben ihre Nächsten und ihre Heimat verloren haben, dass sie Hilfe bekommen und Zuversicht finden. Herr erbarme Dich!
  • Für uns alle, dass wir unterscheiden können, zwischen wirklicher Not und der Furcht vor Einschränkungen unseres Lebensstandards. Herr erbarme Dich!
Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!
 
 


 

3.Station

3. Station: gefallen

Jesus muss sein Kreuz selber tragen. Das Kreuz auf seinen Schultern ist sehr, sehr schwer. Der Weg auf den Ölberg ist steil und weit. Das allein ist schon eine Tortur, aber Jesus war schon bis aufs Blut gegeißelt worden. Und dann stehen da noch die Leute am Straßenrand und gaffen gierig. Die Last wird zu schwer, sie drückt ihn zu Boden. Jesus fällt!

Betrachtung

Viel Übles wird tagtäglich weltweit und hautnah von Übeltätern angerichtet...
Viel Bösartiges wird Menschen tagaus, tagein, von Menschen zugefügt - hier bei uns und überall...
Viel Schweres schleppen so viele Leute als unsichtbare Kreuze mit sich herum … und selbst aus der Nähe bemerken wir es nicht.
 
Wir beten:
  •    Für alle, die unter ihren Sorgen schier zusammenbrechen! Herr, erbarme Dich!
  •    Für uns, dass wir die Not anderer Menschen erkennen und ihnen Halt anbieten! Herr, erbarme Dich!
  •    Für alle, die in Not und Elend geraten sind und keine Wege mehr sehen! Herr, erbarme Dich!
  •    Für alle, die nicht mehr merken, dass sie schuldig werden, schenke ihnen Einsicht und die Kraft zur Umkehr! Herr, erbarme Dich!

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 

 
 
 

4.Station

4. Station: leidend verbunden?

Die Mutter steht am Weg den der Sohn mit seinem schweren Kreuz geht. Ihre Blicke treffen sich. Die Mutter leidet mit ihrem Sohn. Die Weissagung Simeons erfüllt sich: „Dir aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.“ Welch ein Schmerz!
 

Betrachtung

Bilder aus den Kriegs- und Erbebengebieten zeigen uns Menschen, die sich in den Armen liegen, die sich in all dem Chaos wiederfinden. Einige finden sich lebend. Für andere bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen. Und viele werden nie Gewissheit finden, wo ihre Lieben geblieben sind.

Nicht nur im Glück, auch in Leid und Schmerz sind Liebende einander tief verbunden.
Jesus und Maria, ihr steht vor uns für all jene Liebenden, die ihr Leid teilen und einander beistehen – und sei es nur mit dem Blick aus der Ferne.
.
 
Wir beten:
  • Für alle Mütter und Väter, die sehen, wie ihre Kinder leiden und für Kinder, die ihre Eltern verlieren oder sich um sie sorgen. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle die sich schwer damit tun, die Liebe und Unterstützung anderer anzunehmen. Herr, erbarme Dich!
  • Für die Geflohenen aus aller Welt und die vielen Ukrainerinnen und Ukrainer und die inzwischen bei uns leben und nur aus der Ferne Kontakt in die Heimat halten können. Herr, erbarme Dich!

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 

 

5.Station

5. Station: genötigt

Ein Mann kommt von der Arbeit heim und gerät in den Strudel des Kreuzwegs. Simon von Zyrene wird von den Kriegsknechten gezwungen: Er muss Jesus helfen, das Kreuz zu tragen.
 

Betrachtung

Es gibt nicht nur die freiwilligen Helfer, sondern auch die Notgedrungenen, die, welche erst gebeten werden müssen. Doch auch sie packen an, gehen und tragen mit.
Vielen Menschen in den Kriegs- und Erdbebengebieten geht es genau so! Ihnen wird ein fremdbestimmt ein Kreuz auferlegt, sie werden nicht gefragt, sie werden gezwungen, sie werden gedrängt …
Und wir? Helfen wir freiwillig oder überlassen wir das lieber Anderen?
Und ich? Helfe ich freiwillig oder überlasse ich das lieber Anderen?
Wir beten:
  • Für alle, die freiwillig und selbstverständlich helfen, wenn andere auf Unterstützung angewiesen sind. Herr, erbarme Dich!
  • Für uns, wenn wir uns lieber auf Distanz halten. Stehe uns bei, dass wir nicht versagen, wenn wir gebraucht werden. Herr, erbarme Dich!
  • Für die Helferinnen und Helfer, die im Krieg, nach Anschlägen, Unfällen und Katastrophen schreckliches sehen und erleben müssen. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die im Krieg gezwungen werden – zum Helfen und zum Kämpfen. Herr, erbarme Dich!

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 

 
 

6.Station

6. Station: durchbrochen

Jesus schwitzt unter der Hitze des Tages und der schweren Last des Kreuzes. Die Gaffer stehen dicht gedrängt am Weg und bilden ein Spalier. Sie spotten und verhöhnen ihn. Eine Frau, Veronika, durchbricht diese Mauer und trocknet mit ihrem Tuch Jesus den Schweiß und wischt ihm das Blut aus dem Gesicht.
 

Betrachtung

Sein wahres Gesicht zeigt mancher Mensch erst, wenn es ernst wird, in der Not, wenn man ihn braucht.
Veronika, du setzt dich ein, um dem mit blutüberströmten Jesus das Schweißtuch zu reichen.
Du überwindest den geforderten Sicherheitsabstand und verlässt die schützende Zurückhaltung.
Du gehst das Wagnis der Liebe ein, die weder zuschaut noch weg schaut, sondern beherzt handelt.
Schaffe ich das auch?
Mein wahres Gesicht zeigte ich erst, wenn es ernst wird, in der Not, wenn ich gebraucht werde. ...
 
Wir beten:
  • Für alle, die sich vom Leid anderer ergreifen lassen ... und in diesen Zeiten Menschen bei sich aufnehmen. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die wegschauen und kalt bleiben. Herr, erbarme Dich!
  • Für uns alle, die wir in der Zwickmühle stecken und oft nicht wissen, was unsere Entscheidungen auslösen.  Herr,erbarme Dich!
  • Für alle Menschen, dass sie die eigene Angst überwinden und helfen. Herr, erbarme Dich!

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 

 

7.Station

7. Station: zusammengebrochen

Der Weg wird nicht leichter. Jesus trägt seine schwere Last. Das Kreuz drückt ihn nieder. Er versucht auf den Beinen zu bleiben, nicht aufzugeben. Langsam setzt er einen Fuß vor den andern. Doch immer wieder sackt er unter der Last weg. Die Kräfte verlassen ihn. Er bricht zusammen. Jesus fällt zum zweiten Mal unter der Last des Kreuzes und liegt am Boden!
 

Betrachtung

Stürzen und fallen, einfach zusammenbrechen, schwach werden, kraftlos und müde, vielleicht sogar lebensmüde, sterbenskrank, verletzt oder eingeschlossen.
Es ist schon der zweite Sturz, der Wiederholungsfall, wie so oft im Leben, wenn man an seine Grenze erreicht, man weiß nicht weiter und kein Ausweg ist in Sicht.
Auch ich stürze und falle immer wieder, obwohl ich mir schon so oft vorgenommen habe, stark zu sein, standhaft zu bleiben.
 
Wir beten:
  • Für alle, die müde, erschöpft, verletzt und verwundet sind und nur noch ihr Leben haben. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die angesichts der Klimabedrohungen und der Energiekrise verzweifelt sind und sich verlassen fühlen. Herr, erbarme Dich!
  • Für diejenigen, die keinen Ausweg sehen und nicht mehr weiter wissen. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die auch ohne Ausweg und wider alle Hoffnung aufstehen und weiter gehen. Herr, erbarme Dich!

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 

 

8.Station

8.Station: zurückgespiegelt

So eine Kreuzigung ist ein großes Schauspiel. Eine große Menschenmenge folgt Jesus auf seinem Weg. Darunter sind auch Frauen, die lauthals um ihn klagen und weinen. Jesus wendet sich zu ihnen und sagt: „Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich. Weint über euch und eure Kinder!“
 

Betrachtung

Jesus gibt eine seltsame Antwort auf die Tränen und Klagen der Frauen. Hört sich das nicht an wie ein Tadel?
Vielleicht gilt die Antwort uns selber? Weint nicht über mich. Bedenkt Euer eigenes Leid. Er wendet sich uns zu, in seiner eigenen größten Not.
Danke Jesus!
 
Wir beten:
  • Für uns, die wir noch gar nicht wissen, was auf uns zukommt. Herr, erbarme Dich!
  • Für uns, wenn uns Zuversicht und Mut abhandenkommen und wir nicht mehr mit den Überraschungen des Lebens rechnen. Herr, erbarme Dich!
  • Für uns, dass wir erkennen, dass Solidarität mehr ist als Betroffenheit zu zeigen. Herr, erbarme Dich!
  • Für uns, dass auch wir Menschen finden, denen wir nicht gleichgültig sind und die sich uns zuwenden. Herr Erbarme Dich!

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 

 

9.Station

9.Station: zerschmettert

In keinem der Evangelien, finden wir, wie Jesus mehrere Male unter dem Kreuz fällt. Der Kreuzweg ist aber eine Dramaturgie, die zeigen will, wie schwer die Qual ist:
Der Takt wird kürzer. Die Kräfte schwinden zunehmend. Jesus fällt zum Dritten Mal. Kein Wunder, nachdem was er erlitten hat und tragen muss!
 

Betrachtung

Völlig erschöpft, total am Boden, heillos überfordert, nur noch hilflos, ganz und gar zusammengebrochen.
Wie soll es weitergehen?
Woher bekomme ich neue Kraft für den nächsten Schritt?
Was tun, wenn nichts mehr zu machen ist, wenn ich einfach nicht mehr kann, und keiner mehr mir aufhilft?
Jesus, du bist geschwächt, wurdest gedemütigt und geschunden.
Du stehst wieder auf und gehst deinen Weg weiter!
 
Wir beten:
  • Für alle, die mit ihrer Kraft am Ende sind. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle die fallen gelassen wurden, gestrandet und am Boden zerstört sind und niemand haben der ihnen hilft. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle Erdbebenopfer und Fliehenden, die mit ihren Kräften am Ende sind. Herr, erbarme Dich!
 

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 

 

10.Station

10.Station: entkleidet

Jesus ist auf dem Kalvarienberg angekommen, seiner eigenen Kreuzigungstätte. Die Soldaten reißen ihm vor dem ganzen Volk die Kleider vom Leib. Die Wunden der Geißelung beginnen erneut zu bluten. Die Soldaten teilen seine Kleider unter sich auf und würfeln um das wertvolle Untergewand.
 

Betrachtung

An den Pranger, zur Schau gestellt: der Leib, die Seele, das Leben, die Würde, der Mensch.
Bloßgestellt, Entehrt: schamlos in den Schmutz gezogen mit Blicken, Worten und Taten.
Seht, welch ein Mensch: verachtet, verspottet, verhöhnt, jeglicher Ehre beraubt.
 
Wir beten:
  • Für alle, die bloßgestellt, verleumdet, verachtet und vergewaltigt werden. Herr, erbarme Dich!
  • Ä Für alle, die sich gegen ihre Bloßstellung, Verleumdung, Verachtung und Vergewaltigung wehren, dass sie Gehör und Hilfe finden. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die andere bloßstellen, quälen, vergewaltigen und vertreiben, dass sie innehalten, umkehren und sich stellen. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle Frauen und Männer die in der Not- und Katastrophenhilfe, der Medizin und der Pflege tätig sind, dass sie es schaffen, würdevoll mit den ihnen Anvertrauten umzugehen. Herr, erbarme Dich!

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 

 

11.Station

11.Station: fest genagelt

Die Soldaten und Kriegsknechte sind Profis und machen ihren Job. Sie setzen an jeder Hand und an den Füßen Nägel an und schlagen kräftig los. Sie nageln Jesus ans Kreuz, er soll ja weithin sichtbar sein, wenn sie das Kreuz aufstellen.
 

Betrachtung

Niedergestreckt, zu Fall gebracht, schmerzvoll aufs Kreuz gelegt, wehrlos gedemütigt, für immer erledigt.
Es bleiben nur noch kraftloses Ertragen, schweigsames Erdulden, ohnmächtiges Erleiden.
Das soll Gottes Weg zur Erlösung sein?
 
Wir beten:
  • Für alle, die eingezwängt, eingeschränkt, verletzt werden, die hilflos und alleingelassen sind. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die aus Angst und Furcht nach einfachen Lösungen suchen und ihre Mitmenschen täglich neu festnageln. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die sich für Recht und Gerechtigkeit, für Frieden und für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, um die vielen Kreuze in dieser Welt abzuschaffen. Herr, erbarme Dich!

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 

 

12.Station

12.Station: verhöhnt & gottverlassen

Das Kreuz ist aufgerichtet. Der Weg ist zu Ende. Und dann kommt die hämische Aufforderung aus der Menge: „Steig doch herab, wenn du Gottes Sohn bist. Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen!“
Seine Antwort lautet: „Vater in deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist!“
 
Halten wir einen Moment der Stille!
 

Betrachtung

Welch ein Schrei in der allerletzten Verzweiflung!
Welch ein Ruf in der bittersten Verachtung!
Welch ein Wort in der tiefsten Enttäuschung!
Welch ein Kreuz in der schlimmsten Erniedrigung!
Welch ein Tod in der grausamsten Hinrichtung!
Welch ein Leid … aus dem doch Segen erwächst!
 
Wir beten:
  • Für alle, die verletzt sind, auf die der Tod zukommt oder im Sterben liegen. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die ihr Vertrauen in die Menschen und in Gott verloren haben. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, deren Leben von Krieg und Gewalt bedrängt ist. Herr, erbarme dich!
  • Für alle Verfolger, Quäler, Folterer, Terroristen und Kriegsherren, besonders für die, die sich auf Gott berufen. Schenke ihnen die Möglichkeit und die Gnade der Umkehr. Herr, erbarme Dich!

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 

 

13.Station

13.Station: schmerzlich

Es ist vollbracht. Das Leiden ist vorbei. Jesus wird vom Kreuz abgenommen.
Sie legen den toten Jesus in den Schoß der Mutter. Maria nimmt ihren Sohn ein letztes Mal in die Arme. Ihr bleibt der Schmerz!
 

Betrachtung

Unfassbar, das eigene Kind tot in den Armen!
Mutter und Sohn sind vereint. Welch ein Leid! Wie wenn das Maß durch den Weg zum Kreuz, durch die Kreuzigung selbst und durch den Tod nicht schon voll wäre.
 
Wir beten:
  • Für Mütter und Väter, die den Tod eines Kindes beweinen müssen. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die ihre Nächsten oder Fremde auf dem letzten Weg des Sterbens begleiten. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle auf der Flucht, die ihre Nächsten zurücklassen mussten. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die Leid und Trauer ertragen müssen und für alle, die dabei einsam und alleingelassen sind. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die anderen Trost geben wollen, aber ohnmächtig aus der Ferne zusehen müssen. Herr, erbarme Dich!

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 

 

14.Station

 14.Station: letztendlich begraben

Jesu Freunde stehen seiner Mutter bei. Sie kümmern sich um den Leichnam Jesu. Sie tun Gutes an ihm, salben ihn ein mit wohlriechenden Ölen, ganz wie es Brauch ist. Sie wollen nicht, dass er am Sabbat zur Schau hängt. Sie legen ihn ins leere Grab.
 

Betrachtung

Was blieb ihnen damals anderes übrig, als letztlich den Toten mitsamt ihren Erwartungen zu begraben?
Was blieb ihnen damals anderes übrig, als den Leichnam ins Grab zu legen?
Was bleibt uns heute übrig, wenn wir von Furcht, Zwietracht oder tiefer Trauer getroffen und schwer verwundet sind?
Was uns heute bleibt ist das Geheimnis des Weizenkorns, dass aus dem Tod neues Leben blüht!
 
Wir beten:
  • Für alle, die ihre Hoffnung begraben haben. Herr, erbarme Dich!
  • Für uns, dass wir auf Dich und Deine Erlösung vertrauen. Herr, erbarme Dich!
  • Für alle, die nicht an die Auferstehung glauben können. Herr, erbarme Dich!
  • Immer noch bitten wir um ein schnelles Ende des Krieges in der Ukraine, eine gute Rückkehr der Geflohenen und einen fruchtbaren Aufbau des Landes. Herr, erbarme Dich!

Du gehst mit uns durch Kreuz und Tod – Herr, lass uns mit Dir auferstehen!

 
 
 

Abschluss

 
Ölbergkapelle
 
 
Wir sind gemeinsam diesen Kreuzweg gegangen. Wir sind den Weg mit Jesus gegangen und wir vertrauen, dass er ihn auch mit uns gegangen ist. 
Er geht ihn auch mit denen, die ungerecht verurteilt und verwundet werden, die leiden und fallen, die entblößt und festgenagelt werden und sterben. 
Für alle Bitten die wir nicht ausgesprochen haben und die wir im Herzen tragen, wollen wir mit seinen Worten beten:
 
Vater unser … 
 
Lied: GL 289, 1+5+7      (b e t e n?)
Oh Haupt voll Blut und Wunden , voll Schmerz und voller Hohn,
oh Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenkron,
oh Haupt, sonst schön gekrönet mit höchster Ehr und Zier,
jetzt aber gar verhöhnet: Gegrüßet seist du mir.
 
Ich will hier bei dir stehen, verachte mich doch nicht.
Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht.
Wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todestoß,
alsdann will ich Dich fassen in meinen Arm und Schoß.
 
Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir.
Wenn ich den Tod soll leide, so tritt du dann herfür.
Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten, kraft deiner Angst und Pein.
 

Segen:

Jesus, du bist den Kreuzweg bis zum Ende gegangen. Lass es nicht umsonst gewesen sein. Verwandle uns und unsere Kreuze. 
Dazu segne uns Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen!
 
 
Ostergarten 2026