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Ruf der Glocken

Die Glocken von St.Gallus und Otmar

Der mit einer vergoldeten Kugel  und Kreuz abgeschlossene Turm steigt auf die stattliche Höhe von 48 m empor.  Die beiden Glockenstuben bergen heute ein Geläute von fünf Glocken; die untere Stube die beiden alten Glocken von 1738 ( ø129 cm, H 107 cm mit Schlagton d`, von Hans Heinrich Weitenauer in Klein-Basel) und die von 1827 ( ø109 cm, H 89 cm, Schlagton f´; von Gebr. Bayer Freiburg); die obere die drei 1957 beschafften Glocken der Gießerei F.W. Schilling in Heidelberg mit 98, 90 und 80 cm ø, einem Gewicht von 650, 500 und 350 kg und den Schlagtönen g´ - a´ - c´. Alle fünf Bronzeglocken ergeben ein schönes harmonische Geläut.

So klingen unsere Kirchenglocken:

Quelle: alte Homepage

 

Aus Gesprächen mit Gemeindemitgliedern stellt man immer wieder fest, dass viele Menschen im Ort die Bedeutung des Rufs der Glocken nicht mehr zuordnen können. Wenn  Glocken läuten, laden sie meist zum Gebet ein. Auf die Zeiten und Bedeutung des einzelnen Läutezeichens soll hier näher eingegangen werden.
Im Turm von St. Gallus Ebringen hängen fünf Glocken. Mehr darüber erfahren Sie auf der Seite „Pfarrkirche St. Gallus und Otmar“.
So klingen unsere Kirchenglocken:

 

 Das Läuten vor dem Gottesdienst

Eine halbe Stunde vor jedem Gottesdienst (früher zusätzlich noch eine Stunde vorher) läutet eine Glocke. Ohne auf die Uhr zu schauen ist es jetzt noch genug Zeit sich auf dem Weg zur Kirche zu machen. Fünf Minuten vor dem Gottesdienst läutet es dann zusammen, das sogenannte „Zsämmelitte“.
Auch wenn Pfarreiangehörige aus unterschiedlichen Gründen nicht am Gottesdienst teilnehmen können, so laden die Glocken Sie ein mit einem Gebet, Gedanken oder stillem Innehalten sich mit der Feier der Eucharistie zu verbinden.

 Das Angelusläuten

Jeden Tag läuten die Glocken morgens um 6.00 Uhr, und mittags um 12.00 Uhr und abends um 19.00 Uhr. Sie läuten den sogenannten „Angelus“. Das Angelusläuten hat seinen Namen vom Anfang des Gebetes, das lautet: “Der Engel (lateinisch angelus) des Herrn brachte Maria die Botschaft“ (Gotteslob Nr.2, Abschnitt 7). Noch heute wird dieses Gebet besonders von älteren Menschen gebetet. Die Glocken laden uns ein den Tag zu beginnen, mittags innezuhalten und abends den Tag zu beschließen.
Für Menschen die früher - und auch heute noch -  im Freien auf dem Feld und Reben arbeiteten war das Angelusläuten eine wichtige Zeitangabe: Arbeitsbeginn, Mittagspause und Feierabend. Und die Kinder sollten spätestens beim „Bätzitlitte“ abends daheim sein. Noch heute kündigt um 11.00 Uhr die „Elfiglocke“ mit einem Vorläuten an, sich rechtzeitig auf den Weg zum Mittagsgebet und Mittagessen zu machen.
Freitags um 12.00 Uhr läutet die große Glocke zum Gedenken an Jesu Todesstunde.

 Scheidläuten (Sterbeläuten)

Wenn jemand in der Pfarrgemeinde stirbt, wird geläutet. Es erklingen alle Glocken und dann läutet noch eine Glocke eine Minute nach. An der Tonhöhe des Nachläutens kann man hören, ob ein Mann, eine Frau oder ein Kind gestorben ist. Beim Mann ertönt die große tiefe Glocke, bei einer Frau die zweittiefste Glocke und bei einem Kind die höchste Glocke. Somit wird mit den Glocken eine Nachricht an die Bewohner weitergegeben: In der Pfarrgemeinde ist einer gestorben. Gleichzeitig möchten die Glocken dazu auffordern kurz innezuhalten und dem Verstorbenen zu gedenken. Beim Trauerzug zum Friedhof werden nochmals alle Glocken geläutet als Hinweis für die, die nicht an der Beerdigung teilnehmen können, jetzt in Gedanken mit dem verstorbenen seinen letzten Weg mitzugehen.

 Läuten zu besonderen Anlässen

Das Samstagsläuten
Jeden Samstag um 16.00 Uhr läuten alle Glocken. Sie läuten den Sonntag, den Tag des Herrn ein. Früher ruhte die Arbeit nach 16.00 Uhr und man bereitete sich auf den Sonntag vor (Badetag).

Läuten zum Jahreswechsel
An Sivester um 24.00 Uhr läuten alle Glocken. Mit dem Glockengeläut wird das neue Jahr begrüßt. Sie laden uns ein das neue Jahr mit Gott zu beginnen.

Das Schweigen der Glocken
Einmal im Jahr in der Osterzeit verstummen die Glocken. Vom Gloria in der Gründonnerstagsmesse bis zur Osternachtsfeier am Karsamstag schweigen die Glocken. Zur selben Zeit verstummt auch die Orgel. Die Gottesdienstbesucher werden dann über eine im Turm angebrachte Ratsche, die von den Ministranten betätigt wird, zur Messfeier gerufen.

Autor: Wolfgang Zähringer,  Dezember 2010

 

Ergänzende Infos gibt es auf der Seite der Glockeninspektion

 
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