Die neue Website der Kirchengemeinde Breisgau-Markgräflerland ist online. Diese bisherige Seite bleibt vorübergehend erreichbar, wird jedoch nicht mehr aktualisiert. Alle aktuellen Informationen finden Sie ab sofort hier:
Mitte Juni trafen sich Referentinnen und Referenten aus verschiedenen (Erz)Diözesen sowie Menschen, die sich im Internet seelsorglich engagieren, in Paderborn beim Fachtag "Pastoral im Netz: Social Media und Seelsorge". Verschiedene Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven führten zu einer Konkretisierung von "digitaler Seelsorge".
Einen ersten Input gab Professorin Christine Wenona Hoffmann. Sie beschäftigt sich seit längerem mit der Transformation von Seelsorge durch Digitalität und hat dies insbesondere am Beispiel des Hashtags #ansprechbar und landeskirchlicher Sinnfluencer untersucht. Drei Thesen stellte sie in den Mittelpunkt: Erstens: Kirche ist auf Insta proaktiv.
Zweitens: Kirche inszeniert sich nahbar.
Drittens: Kirche inszeniert sich als Peer-Kirche, anonym und passiv als Möglichkeit, in aller Freiheit.
Ihre Untersuchungsergebnisse wurden - ungeplant - ergänzt und bestätigt in einem Gespräch mit Nico Buschmann, ev. Pfarrer in Köln und über Insta vielen bekannt als #einschpunk. Mit fast 30.000 Follower:innen ist er einer der bekanntesten Gesichter der evangelischen Kirche auf Social Media. Sein Ziel war es zunächst, theologische Fragen verständlich und manchmal provokant zur Diskussion zu stellen. Relativ schnell entwickelten sich daraus aber seelsorgliche Gespräche. Heute nehmen solche Gespräche etwa 60 % seines Tuns auf Insta ein, so Buschmann. Unsere Gesellschaft brauche dieses Angebot von Seelsorge, bei der Christ:innen niederschwellig ansprechbar sind und echte Beziehungsarbeit leisten. Dass ein seelsorgliches Angebot Wirkung entfalte, liege vor allem an einer Bedingung: dass "wir relevant in den Biografien der Menschen" sind, so Buschmann.
Eine dritte Perspektive digitaler Seelsorge brachten einige Seelsorger:innen ein, die über die Plattform www.internetseelsorge.de gezielt für Begleitung und Gespräch zur Verfügung stehen. Sie ergänzten aus ihrer Sicht, was eine gute Seelsorge online ausmacht und welche Chancen und auch Herausforderungen diese Form des Gesprächs bietet.
Ob über Social Media-Kanäle oder auf eigenen Websites: Digitale Seelsorge ist ein wichtiger Baustein einer Digitalen Pastoral. So wie Kirche analog in verschiedenen kategorialen Feldern präsent ist, muss sie es auch im Netz sein: auffindbar und ansprechbar, um Menschen mit ihren Fragen und Sorgen ein Stück ihres Lebens zu begleiten.