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"Nicht einfach weitermachen wie bisher..."

17.03.2026 | Interview zur Werkstattpause von DA-ZWISCHEN

Die DA-ZWISCHEN Community hat sich im letzten Jahr eine Auszeit genommen, was neue Beiträge anging. Hinter den Kulissen war diese Zeit jedoch alles andere als ruhig: In einer Werkstattphase wurde reflektiert, gelernt und an der Zukunft gearbeitet. Aaron Torner aus dem Team von digitalpastoral.de hat mit Felix Goldinger, Mitgründer der DA-ZWISCHEN Community, über die Pause, Erfahrungen, Erkenntnisse und darüber gesprochen, wie es jetzt weitergeht.
 

Letztes Jahr war es ruhiger in den DA-ZWISCHEN-Kanälen. Ihr habt eine Werkstatt-Pause gemacht. Was waren die Gründe für diese Pause und um was ging es in eurer Werkstatt?
 
Felix Goldinger: DA-ZWISCHEN ist vor einigen Jahren als Experiment gestartet: Wir haben über mehrere Jahre hinweg vor allem Messenger genutzt, um einen Ort für Austausch über Glauben, Spiritualität und Leben im digitalen Raum zu schaffen. Für viele Menschen waren diese Messenger-Kanäle eine niedrigschwellige Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und geistliche Impulse im Alltag zu teilen.
Nach rund neun Jahren haben wir aber gemerkt, dass sich sowohl die digitale Landschaft als auch wir selbst verändert haben. Deshalb wollten wir nicht einfach weitermachen wie bisher, sondern bewusst innehalten und schauen: Was ist in dieser Zeit gewachsen? Was hat gut funktioniert – und was braucht heute vielleicht eine andere Form?
Ein Teil dieser Reflexion war auch die Frage nach den Plattformen selbst. Unsere bisherigen Messenger-Kanäle waren stark im Meta-Universum verortet. Gleichzeitig gibt es rund um diese Plattformen immer wieder Diskussionen über Daten, Algorithmen und Kommunikationskulturen. Für uns stellte sich deshalb die Frage, ob wir langfristig weiterhin dort verortet sein wollen oder ob wir einen eigenständigeren digitalen Raum schaffen möchten.
In der Werkstatt-Phase ging es deshalb nicht nur um eine technische Entscheidung, sondern um eine grundsätzliche Frage: Wie kann digitale christliche Community heute aussehen? Und wie können wir einen Raum gestalten, in dem Begegnung, Austausch und gemeinsames Nachdenken über Glauben wirklich möglich bleiben? Aus dieser Phase ist schließlich der Impuls entstanden, DA-ZWISCHEN neu aufzustellen.
 
Ihr wart neun Jahre aktiv in unterschiedlichen digitalen Kanälen. Was hat sich aus eurer Perspektive in dieser Zeit verändert und was hatte den größten Einfluss auf eure Arbeit?
 
Felix Goldinger: Die größte Veränderung ist wahrscheinlich, dass digitale Kommunikation heute viel fragmentierter geworden ist.
Als wir gestartet sind, waren Social-Media-Kanäle oft Orte, an denen Menschen tatsächlich länger miteinander ins Gespräch gekommen sind. Heute sind viele Plattformen stärker auf Reichweite, Algorithmen und schnelle Aufmerksamkeit ausgerichtet.
Für uns war aber immer wichtig, dass DA-ZWISCHEN mehr ist als Content. Es geht um Beziehung, Austausch und gemeinsames Nachdenken über Spiritualität und Leben.
Deshalb haben wir gemerkt: Wenn wir wirklich eine Community ermöglichen wollen, brauchen wir einen Raum, der nicht nur von Algorithmen gesteuert wird, sondern stärker von der Gemeinschaft selbst geprägt ist. Diese Erkenntnis hat unseren Neustart stark beeinflusst.
 
Nach der Werkstatt-Pause habt ihr mitgeteilt, dass es einen Neustart mit einer App gibt. Was waren die Gründe dafür, auf eine App zu setzen?
 
Felix Goldinger: Die App ist für uns vor allem ein Versuch, wieder stärker einen gemeinsamen Raum zu schaffen. Auf klassischen Social-Media-Plattformen bewegen sich viele Menschen heute eher nebeneinander als miteinander. Wir wollten deshalb einen Ort entwickeln, an dem Begegnung, Austausch und geistliche Impulse bewusst im Mittelpunkt stehen.
Die App ermöglicht uns außerdem Dinge, die auf anderen Plattformen schwieriger sind: geschützte Räume für Gespräche, thematische Gruppen, eine Community, die sich stärker selbst mitgestaltet Kurz gesagt: Die App ist weniger ein weiterer Kanal, sondern eher ein digitaler Treffpunkt für Menschen, die Spiritualität im Alltag teilen und entdecken wollen.
 
An vielen Stellen ist Kirche in Umbruch-Situationen. Wie waren die Reaktionen auf die Veränderung? Gibt es im dynamischen Bereich des Digitalen eine größere Offenheit für Veränderungen als wir sie vielleicht in anderen Teilen von Kirche erleben?
 
Felix Goldinger: Die Reaktionen waren tatsächlich sehr gemischt – und das ist auch verständlich. Als wir letztes Jahr zu Aschermittwoch relativ kurzfristig angekündigt haben, dass wir eine Werkstatt-Pause einlegen, hat das bei manchen Menschen durchaus Irritationen ausgelöst. Im Rückblick haben wir vielleicht auch ein Stück weit unterschätzt, wie stark für viele die Beziehung zu DA-ZWISCHEN geworden ist und wie sehr dieser digitale Raum für sie tatsächlich ein Ort von Gemeinschaft und Glaubensaustausch war.
Gleichzeitig haben uns in dieser Zeit viele Rückmeldungen erreicht, die uns sehr berührt haben. Menschen haben uns geschrieben, dass DA-ZWISCHEN für sie ein wichtiger Teil ihres Glaubenslebens geworden ist und dass sie diesen Raum vermissen. Diese Rückmeldungen waren für uns eine große Ermutigung – und ehrlich gesagt auch ein wichtiger Antrieb, den Weg weiterzugehen und DA-ZWISCHEN in neuer Form wieder zu öffnen.
Im digitalen Bereich gibt es vielleicht tatsächlich eine größere Selbstverständlichkeit, Dinge auszuprobieren, zu verändern und neu zu denken. Gleichzeitig merken wir aber auch: Gerade wenn Gemeinschaft entsteht, hängen Menschen natürlich emotional an bestimmten Formen.
Deshalb war uns wichtig, den Neustart nicht als Bruch zu gestalten, sondern als Weiterentwicklung dessen, was über viele Jahre gewachsen ist.
 
Auf was dürfen sich die Menschen freuen, wenn sie sich demnächst die App runterladen und Teil der DA-ZWISCHEN Community bleiben oder auch werden?
 
Wir hoffen vor allem, dass Menschen einen Raum entdecken, in dem sie mit ihren Fragen, Gedanken und Erfahrungen ernst genommen werden.
In der App wird es weiterhin geistliche Impulse geben, Austausch über Glaubens- und Lebensfragen, gemeinsame Aktionen und Möglichkeiten, sich untereinander zu vernetzen. Gleichzeitig wollen wir stärker darauf setzen, dass Community nicht nur entsteht, weil wir etwas anbieten, sondern weil Menschen selbst aktiv werden können. Die App eröffnet deshalb bewusst mehr Möglichkeiten, eigene Themen einzubringen, Gespräche anzustoßen oder auch selbst kleinere Initiativen und Austauschformate zu starten.
Gleichzeitig bleibt DA-ZWISCHEN auch für diejenigen ein Ort, die genau das nicht unbedingt suchen. Wer einfach Impulse für den Alltag möchte, wird weiterhin kurze Gedanken, gute Fragen und kleine Anregungen finden, die helfen können, Spiritualität mitten im Leben zu entdecken.
Uns geht es also um beides: einen Raum für echte Community – und zugleich um einfache, alltagstaugliche Inspiration für Menschen, die sich auf ihre eigene Weise mit Glauben und Leben beschäftigen möchten.
 
Wie sieht aktuell der Zeitplan aus?
 
Felix Goldinger: Der Neustart ist für Ostermontag geplant. Für uns ist das ein idealer Tag: Ostern steht ja für Aufbruch und neues Leben. Ostermontag ist in der biblischen Tradition der Tag, an dem Menschen gemeinsam unterwegs sind und Christus mitten im Alltag begegnen – dieses Bild gefällt uns sehr für das, was wir mit DA-ZWISCHEN vorhaben.
In den Wochen davor testen wir die App mit einer kleineren Gruppe aus der Community, um Funktionen auszuprobieren und Rückmeldungen einzuholen. Auf dieser Grundlage nehmen wir noch Anpassungen vor, bevor die App dann offiziell geöffnet wird.
Unser Ziel ist dabei weniger ein perfekter Start, sondern ein guter Anfang, der gemeinsam mit der Community weiter wachsen kann.
 
 
Ansprechperson

Aaron Torner

Referent Katechese - Evangelisierung, Glaubenskommunikation und Verkündigung