aktueller Pfarrbrief
Home  |  Login  |  Impressum  |  Datenschutz  |  Sitemap

Brotzeit. Das Erntedank-Heft mit Texten und Bausteinen für den Gottesdienst ist da.

11.08.2022 |

Und es macht Appetit. Denn gleich auf der ersten Seite sind Ähre und ein knuspriges Brot. In Zeiten, wo selbst in Zentraleuropa Felder verdorren und Ernteeinbußen drohen, wo jeder Getreidetransport aus der Ukraine einem Stapellauf gleichkommt. In dieser Zeit fällt die Saat dieses wunderbaren Heftes auf fruchtbaren Boden.

Nach erstem Durchlauf mit flinken Augen: Mehr Dankbarkeit stellt sich ein – wie wohlig leben wir, mehr Demut kommt auf – das keimende Saatkorn vermehrt sich hundertfach, selbst die flinke Ameise hat’s kapiert, sät und erntet später, aber auch mehr Sorgen machen sich breit – viele Millionen Menschen erleben und erleiden Mangel und haben keinen ausreichenden Zugang zu Brot und anderen Nahrungsmitteln. Bedeutet, sie hungern, verhungern. Den menschengemachten Klimawandel aufzuhalten, das wird kaum noch möglich sein. Nur Spinner und Klimawandelleugner verweisen auf frühere Warmzeiten mit den Worten „gab’s schon immer, geht auch vorbei.“ Die Biodiversitäts- und die Klimakrise sind die größten menschgemachten Bedrohungen für unsere Lebensgrundlage. Die beiden Krisen verstärken sich gegenseitig und der Mensch befindet sich mittendrin. Die Krisen müssen zusammen gelöst werden.
 
Doch zurück zum Heft. 67 starke Seiten, beginnend mit guten Wünschen und Gottes Segen durch einführende Worte des Redaktionsleiters TDI, besser als Dr. Thomas Dietrich bekannt. Die Idee ist charmant, nämlich den Weg des Brotes zu begleiten. Nicht nur wie im Biologielehrbuch oder Freilichtmuseum vom Säen bis zur Ernte. Sondern mit extra scharfem Blick „auf die Geschichte, wie Menschen miteinander zusammenarbeiten, ihre Gaben zusammenführen, die gemeinsame Erde nutzen und so das Leben teilen“.
 
Ein Feuerwerk an Vielfalt belebt die Seiten, eine Jede, ein Jeder findet etwas Futter für’s Hirn, die Seele, etwas Aufbauendes, Unterhaltsames, Erklärendes. Die Herausgeberinnen und Herausgeber bleiben sich und dem Auftrag des Erntedankheftes treu: Gleich zu Beginn gibt es Hintergründe und Perspektiven zum Thema, Brot mit biblischen Bezug, Bethlehem „als Haus des Brotes“. Psalmen, Gebete, meditative Texte, Gottesdienstbausteine (Dank und Bitte) auf sechszehn Seiten werden ergänzt durch Bausteine für die Predigt und Predigtgedanken auf sieben Seiten. Man kann sich bedienen, um die Gottesdienste in der Erntedankzeit zu beleben, zu bereichern, zu beseelen.
 
Genug Appetit gemacht? Keine Sorge, Getreidesorten werden vorgestellt, Brotbackrezepte präsentiert und Stockbrotbacken vorgeführt. Wer klein anfangen mag, backt Minibrote.
 
Haben Sie gewusst, dass Getreide, ähnlich wie Gas und Strom, an Warenterminbörsen gehandelt werden? Nahrungsmittel als Spekulationsobjekt, pfui Deibel! „Brot, Frieden und Freiheit wachsen auf den gleichen Halmen“, sagt ein altes Sprichwort.
 
Und eine ganz besondere Freude, „Bio“ ist ins Heft geschlüpft. Bedeutet? Der Landwirtschaftsbetrieb von Fritz Joas ist seit 22 Jahren auf Bioland umgestellt. 40 Kühe muhen hier umgeben von Biogasanlage, 120 ha Acker- und 30 ha Grünland. Na geht doch. In der Sulzburger Grether Mühle zermalmen schon seit 274 Jahren die Steine die Getreidekörner. 80 % des heuer produzierten Mehls sind Bio-Mehl. Und die „Transportwege kleiner Bäckereien und Familienbäckereien, vor allem der regionalen Bio-Bäckereien, sind bedeutend kürzer“. Noch ein Plus. Und schließlich kommt noch der alte Hase und ehemalige Vorsitzende des Kreisverbands Freiburg im Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband e.V. Fips (Friedbert) Schill zu Wort. Er resümiert: „ …haben wir das Glück, durch einen frühzeitigen Umstellung auf Bio unseren Platz in einem wachsendem Markt gefunden zu haben …“
 
Damit dürfte der Schwerpunkt des nächsten Erntedankheftes schon feststehen, oder? Die Bewahrung der Schöpfung auf Kirchenland – regionaler Bio-Anbau auf Kirchenland mit Abnahmegarantie…
 
Nun aber für Sie alle, Brotzeit! Wer dieses Heft (hier zu finden) verpasst, ist selber schuld!