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Erstkommunionvorbereitung goes online

26.05.2022 | Jetzt nur noch analog oder was?

Viele von uns hat die Corona-Pandemie dazu gezwungen, auf Online-Veranstaltungen umzusteigen. Auch unsere Erstkommunionvorbereitung war davon betroffen.
Nach zwei Jahre konnte ich so einige Erfahrungen sammeln und kann ein durchaus positives Fazit für die Zukunft ziehen: Die Erstkommunionkatechese wird bei uns sicherlich auch weiterhin Online-Elemente enthalten.

Eines ist klar: Gemeinschaft erleben, Beziehungen pflegen und als Gruppe unterwegs sein: das ist offline besser und näher möglich als online. Aber auch über den Bildschirm lassen sich Beziehungen pflegen, Inhalte vermitteln und mit verschiedenen Methoden ganz neue Wege finden, Glauben und Gemeinschaft zu (er)leben.

Über verschiedene Gebetsformen, kleine Andachten, Bibelgeschichten, gemeinsames Basteln, Singen und Tanzen, ein Broadcast mit Impulsen in den Fastenzeiten vor Weihnachten und Ostern und eine Kirchenführung mit Online-Elementen über QR-Codes war vieles dabei - letztlich nicht zu vergessen: der Online Elternabend.
 
Letzteren werde ich sicherlich beibehalten, wenn es um reine Informationsvermittlung geht. Denn für Eltern ist es viel praktischer, von zu Hause aus an einem Treffen teilzunehmen.
 

Aber auch für die Kinder gibt es einiges, was Spaß gemacht hat und auch online super machbar ist: Man kann Bibelgeschichten mit Youtube nochmal ganz anders erzählbar machen. Elemente, die viel Ruhe brauchen wie eine Traumreise, sich in das Beten einfinden mit verschiedenen Haltungen, aber auch mal zu Tanzen ist vor dem Bildschirm leichter, da die Ablenkung durch die Gruppe nicht vorhanden ist. Hier habe ich eine höhere Konzentration auf sich selbst erlebt. Spiele sind über den Bildschirm möglich und gerade für die jüngeren Kinder, die ansonsten nicht viel am Bildschirm mit anderen in Kontakt sind, ein Erlebnis. Auch verschiedene Methoden wie Wasserfallchat, Answergarden, Padlet usw. sind mit ein wenig Anleitung für Kinder machbar und schaffen eine gute Möglichkeit, auch etwas festzuhalten.
 
Außerdem ist möglich, das Zuhause der Kinder zu integrieren und sie so auch dazu anzuregen, ihr Zuhause als Ort zu erleben, an dem Glaube gelebt werden kann und immer schon vorhanden ist, sei es durch Gegenstände, Orte, Personen.

Ein reines Online-Angebot kann dennoch etwas materialarm für Kinder sein. Ich habe dann zum Teil mit kleinen Päckchen gearbeitet, die die Kinder vorher erhalten haben. Dort war das Bastelmaterial, Bilder, kleine Anleitungen schon enthalten. So ist auch gewährleistet, dass alle Kinder die benötigten Utensilien vorrätig haben. Außerdem spart es Zeit.

Der Zeitfaktor ist ein wichtiger, der beachtet werden muss: Die Kinder brauchen, wie auch im Präsenzangebot, Wechsel in den Reizen und Methoden, da sie, gerade beim Blick auf den Bildschirm, sonst abschweifen. Außerdem muss man einrechnen, dass gerade auch der Start mehr Zeit in Anspruch nimmt, bis dann alle online und richtig eingerichtet sind.

Ein kleiner Pluspunkt des Online-Angebots ist, dass im Schnitt gerade bei freiwilligen Veranstaltungen mehr Kinder teilgenommen haben als in Präsenz-Veranstaltungen. Dies liegt sicherlich auch an der besseren Organisation für die Eltern. 
 
Die Gruppengröße ist bei Online-Angeboten leichter zu bewältigen. Gerade für Angebote, die auf Austausch und Gespräch angelegt sind, hat sich aber gezeigt, dass kleinere Gruppen auch für die Kinder besser sind, da sie so eher zu Wort kommen und einbezogen werden können. Eine Methode, um dies auch in der großen Gruppe zu ermöglichen, sind dann die kleinen Räume, die es bei den verschiedenen Anbietern mittlerweile häufig gibt. Hierfür braucht es dann allerdings mehrere Personen, die in der Vorbereitung unterstützend tätig sind und die Kleingruppen online anleiten.

Im Allgemeinen sollte die Person, die die Online-Angebote leitet, vertraut sein mit dem Medium, damit es für Kinder besser erlebbar ist. Dafür ist eine Einarbeitung nicht zu umgehen.
 
Und dennoch bleibt: Ein Online-Angebot kann die Gemeinschaft und Vorbereitung vor Ort nicht ersetzen. Gerade für Kinder ist dieser Aspekt des „Zusammen etwas erleben“ enorm wichtig und zentral auch in der Erstkommunionvorbereitung. Verschiedene Studien und auch persönliche Rückmeldungen zeigen, dass Kinder, so schade es für uns Hauptamtliche und Ehrenamtliche ist, weniger Inhalte als vielmehr das Erleben und Erfahren von Glauben, Gemeinschaft und Angenommen sein für die Zukunft mitnehmen.

Ich nehme aus dieser Zeit auf jeden Fall mit, dass das Ineinander von Online- und Präsenzangeboten einen Mehrwert für Kinder, Eltern und auch für mich als Hauptamtliche hat.
Beides wird für die Zukunft wichtig und möglich sein, auch wenn diese Umstellung nach Corona sicherlich etwas Zeit und auch Gespräche mit Eltern bedarf, da diese zum Großteil noch an den „alten Formen“ der Erstkommunionvorbereitung hängen.
 

Janine Irtenkauf, Pastoralreferentin in der SE südliches Strohgäu (Ditzingen/Gerlingen) in der Diözese Rottenburg-Stuttgart